Till Hofmann

Als Heranwachsender gern in Wiese, Wald und Flur unterwegs und regelmäßig auch im Garten aktiv, stand nach dem Abitur eine Gärtnerlehre  an, für die Dauer war das nicht gedacht. Die Staudengärtnerlehre hat das gründlich geändert, was für ein weites Feld, was für ein Beruf!  Eine eigene Gärtnerei kam nicht in Frage, viel zu viel Arbeit, man müsste verrückt sein. Lieber mit Pflanzen arbeiten, direkt und intensiv, sie in der Natur betrachten, dabei lernen oder … vielleicht doch noch studieren? Die zur passenden Zeit freie Stelle als Headgardener im Weinheimer Hermannshof erwies sich als die richtige Alternative, so schien mehr Raum für die heranwachsende Familie und fachlicher Weiterentwicklung, gerade in Dingen der Pflanzenverwendung.

Auch aus heutiger Sicht die beste Entscheidung. Mit meinem langjährigen Chef und Pflanzenfreund Cassian, sowie den Weinheimer Kollegen gelangen die schönsten Sachen. Die Pflanzenverwendung brach zu neuen Ufern auf, mehr Natürlichkeit war möglich, es brauchte jede Menge neuer Ideen und neuer Pflanzen, herrlich dabei gewesen zu sein. Siebzehn Jahre später und um mancherlei gehaltene Führungen, durchgeführtes Seminar,  wissenschaftliche Erhebung, Pflanzen- und Pflegeerfahrung reicher, musste der Schritt in die volle Selbstständigkeit doch noch sein. Es gab ‚Die Staudengärtnerei‘  ja ohnehin schon seit der Jahrtausendwende – nebenher und vor allem als Vollzeitjob meiner Frau. Der Betrieb entstand aus ganz kleinen Anfängen, anfangs ohne zu viel Ehrgeiz und sollte dazu dienen, genügend verfügbare Pflanzen für Anlage und Bepflanzung diverser Kundengärten zu liefern. Das Neue wollte ja probiert und variiert werden. Wir wollten kein Standartsortiment, sondern nur die Besten, gerade auch die vielen neuen, spannenden Pflanzen mochten probiert und in Kultur genommen werden. Wie unterschiedlich sie sich gaben, einerseits im warmen Weinheimer Weinbauklima und anderseits bei uns oben im kühleren Odenwald. Sie fanden ihre Abnehmer.

Viel Freude hat die über zehnjährige Lehrtätigkeit an der Heidelberger Fachschule bereitet. Es fand sich seinerzeit niemand, der die raren Staudenmeisteraspiranten dort fachlich unterrichten wollte, also warum nicht? Niemals lernt man selber besser, als wenn man es für Andere aufbereiten und  erklären muss. Eine Win-Win-Situation sagt man wohl.

Ebenso war und ist das Verfassen von Artikeln, die Mitarbeit an Fachbüchern, sowie das Vortragen von Pflanzendingen vor Gleichgesinnten und Interessierten Freude und Herausforderung. Der fachliche Austausch gehört zum Wichtigsten überhaupt.

Der Schritt von der eher behaglichen und adretten kleinen Nebenerwerbsgärtnerei im alten Obstgarten zu Affolterbach im Odenwald hin zum weitläufigeren Vollerwerbsbetrieb am Fuße des Schwanbergs am Ortsrand von Rödelsee war gut überlegt. Hier ist jetzt das Feld bereitet für einen neuen, ganz besonderen Erlebnisraum. Gemeinsam mit meiner Frau und unseren erstklassigen Gärtnerinnen  entsteht nun in Rödelsee unsere persönliche Vorstellung von einer Gärtnerei, Inspirierende moderne Pflanzungen verwoben mit den Produktionsflächen aus denen direkt verkauft wird und das an diesem landschaftlich reizvollen Ort, wo unser Können, unsere Inspiration und alle Erfahrung zusammenfließen, einem Ort dessen Besuch sich lohnt. Zu unserer Freude und der unserer Besucher und Kunden. Jeder ist eingeladen diesen Entstehungsprozess mitzuerleben.

Fine Molz

Sich von den kleinen täglichen Veränderungen überraschen lassen, die sichtbar oder im Geheimen täglich im Garten passieren, mit allen Sinnen die Natur erleben und eintauchen in ihre Vielfalt, das ist es wohl was mich immer schon nach draußen und in den Garten lockte und mich zu meinem Beruf führte. Sich ausdrücken können und all das auch für andere erfahrbar machen ist der Quell meiner künstlerischen Neigungen. Im Einklang mit natürlichen Prozessen, Räume gestalten zu können, die einerseits abgrenzen und schützen, andererseits offen sind für Überraschungen und Vielfalt, motiviert mich täglich für meinen Traumberuf als Gärtnerin und Gartengestalterin.  Aufgewachsen und mitgeprägt von einem herrlichen elterlichen Rosen- und Staudengarten wurde nach dem Abitur der Wunschberuf als Staudengärtnerin erlernt und durch eingehende Praxiserfahrungen in einer renommierten Gartenbaumschule ergänzt. Das abgeschlossene Studium der Landschaftsarchitektur  vervollständigte das professionelle Rüstzeug.

Die außerordentliche Wirkung von Räumen mit oder aus Pflanzen bleibt wohl immer ein spannendes Thema, dem es sich täglich neu lohnt sich anzunähern. Im Gegensatz zu reiner Architektur  sind Veränderung und Wandel in der Natur und somit auch im Garten die einzige wirkliche Konstante. Ich liebe die Vielfalt an Möglichkeiten, an Pflanzen, namentlich der Stauden und Gräser, die wir bei uns selber anziehen und somit zur Verfügung haben, die Formen, die Farben, die Düfte, Summen der Insekten, Langeweile gibt es nicht.

Schon während des Studiums habe ich mich intensiv mit dem Phänomen pflanzlicher Dynamik und insbesondere der Thematik pflanzlicher Strategietypen, sowie deren Anwendung in der Pflanzenverwendung auseinander gesetzt (Diplomarbeit: „Dynamik nutzen“, hier der Link zum Herunterladen). Das Verhalten der Pflanzen ist ein großes und wichtiges Thema, dessen langjährige gemeinsame Bearbeitung mit meinem Mann eine einzigartige Quelle an Know-How ist, um sich dem Ideal anzunähern: Stark pflegereduzierte und sehr dauerhafte Pflanzungen zu realisieren, die es alleine schon lohnen morgens aufzustehen.

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